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Know-How | 23. Mai 2026 | von Elena Maisenhelder | 2 Min. Lesezeit

Parkinson: Die wichtigsten Fakten zur Krankheit und zur therapeutischen Rehabilitation

Parkinson: Die wichtigsten Fakten zur Krankheit und zur therapeutischen Rehabilitation

Die Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson) zählt zu den häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen im höheren Erwachsenenalter. Typische Parkinson-Symptome sind Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifigkeit und Ruhetremor. Da die Erkrankung alle Bereiche der Selbstständigkeit beeinflussen kann, ist eine interdisziplinäre Parkinson-Therapie mit Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie zentral für den Erhalt der Lebensqualität.

Definition: Was ist Morbus Parkinson?

Morbus Parkinson ist eine chronisch progrediente neurodegenerative Erkrankung des zentralen Nervensystems. Ursache ist der fortschreitende Verlust dopaminerger Nervenzellen in der Substantia nigra. Dopamin ist entscheidend für die Steuerung von Bewegung, Muskeltonus und Automatisierung motorischer Abläufe.

Formen des Parkinson-Syndroms
  • Idiopathisches Parkinson-Syndrom (häufigste Form)

  • Atypische Parkinson-Syndrome (z. B. Multisystematrophie)

  • Sekundäres Parkinson-Syndrom (z. B. medikamenteninduziert, vaskulär)

Parkinson Symptome im Überblick

Motorische Parkinson-Symptome
  • Bradykinese (Bewegungsverlangsamung)

  • Rigor (Muskelsteifigkeit)

  • Ruhetremor

  • Haltungsinstabilität und Gleichgewichtsstörungen

  • Kleinschrittiger Gang

  • Freezing of Gait (Bewegungsblockaden)

  • Hypomimie (verminderte Mimik)

Nicht-motorische Parkinson-Symptome
  • Dysphagie (Schluckstörungen)

  • Dysarthrie (leise, monotone Sprache)

  • Kognitive Einschränkungen

  • Depression und Angststörungen

  • Schlafstörungen

  • Fatigue

  • Vegetative Dysfunktionen (z. B. Blutdruck, Verdauung)

Häufigkeit (Prävalenz) von Parkinson

In Deutschland leben schätzungsweise über 400.000 Menschen mit Morbus Parkinson. Die Parkinson-Häufigkeit steigt mit dem Alter, wobei die Diagnose meist nach dem 60. Lebensjahr gestellt wird. Aufgrund des demografischen Wandels nimmt die Zahl der Betroffenen weiter zu.

Gesellschaftliche Bedeutung der Parkinson-Krankheit

Morbus Parkinson hat eine hohe gesundheitspolitische und gesellschaftliche Relevanz:

  • steigende Prävalenz durch Alterung der Bevölkerung

  • hoher Bedarf an neurologischer Rehabilitation

  • zunehmender Fachkräftemangel in Therapie und Pflege

  • langfristige Einschränkungen der Selbstständigkeit

  • hohe Kosten im Gesundheitssystem

Physiotherapie bei Parkinson

Typische physiotherapeutisch relevante Symptome
  • Gangunsicherheit und Sturzrisiko

  • Freezing of Gait

  • Muskelsteifigkeit (Rigor)

  • eingeschränkte Beweglichkeit

  • reduzierte Ausdauer

  • Haltungsinstabilität

Ziele der Physiotherapie
  • Verbesserung der Mobilität

  • Stabilisierung des Gangbildes

  • Reduktion von Sturzrisiken

  • Erhalt von Beweglichkeit und Kraft

  • Förderung der Körperhaltung

  • Training alltagsrelevanter Bewegungsabläufe

Therapieansätze
  • LSVT BIG / BIG-Therapie

  • Bobath-Konzept

  • PNF (Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation)

  • Gang- und Gleichgewichtstraining

  • Cueing-Strategien (visuell, auditiv, taktil)

  • Gerätetraining in der Neurorehabilitation

  • Sturzprävention

Ergotherapie bei Parkinson

Typische ergotherapeutisch relevante Symptome
  • Einschränkungen der Feinmotorik

  • Probleme bei Alltagsaktivitäten (ADL)

  • verlangsamte Bewegungsabläufe

  • Schreibstörungen (Mikrografie)

  • Schwierigkeiten beim An- und Auskleiden

  • kognitive Defizite

  • reduzierte Selbstständigkeit

  • Ziele der Ergotherapie

  • Erhalt der Selbstständigkeit im Alltag

  • Verbesserung der Handlungsplanung

  • Training von Feinmotorik und Koordination

  • Hilfsmittelberatung und -versorgung

  • Energiemanagement im Alltag

  • Anpassung des häuslichen Umfelds

  • kognitives Training

Therapieansätze

  • ADL-Training (Alltagsaktivitäten)

  • CO-OP-Ansatz

  • kognitives Training

  • Bobath-orientierte Behandlung

  • Hilfsmitteltraining

  • neurorehabilitative Verfahren

Logopädie bei Parkinson

Typische logopädisch relevante Symptome
  • Hypophonie (leise Stimme)

  • monotone Sprechweise

  • undeutliche Artikulation

  • reduzierte Atem-Stimm-Koordination

  • Dysphagie (Schluckstörungen)

  • Probleme mit dem Speichelmanagement

  • verlangsamte Sprechrate

Ziele der Logopädie
  • Verbesserung der Stimmlautstärke

  • Stabilisierung der Sprechverständlichkeit

  • Sicherung der Schluckfunktion

  • Reduktion von Aspirationsrisiken

  • Erhalt sozialer Kommunikation

  • Verbesserung der Atem-Stimm-Koordination

Therapieansätze
  • LSVT LOUD / Lee Silverman Voice Treatment

  • Dysphagietherapie

  • funktionelle Schlucktherapie

  • Atem- und Stimmtherapie

  • F.O.T.T. (Facio-Oral Tract Therapy)

  • neurologische Sprachtherapie, z.B. bei sekundärer Demenz

  • Trachealkanülenmanagement (bei schweren Verläufen)

Fazit: Interdisziplinäre Parkinson-Therapie!

Die Behandlung von Morbus Parkinson erfordert eine enge Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen:

  • Neurologie (medikamentöse Therapie, Diagnostik)

  • Physiotherapie (Mobilität, Gang, Sturzprophylaxe)

  • Ergotherapie (Alltag, Selbstständigkeit, Kognition)

  • Logopädie (Sprache, Stimme, Schlucken)

Ziel ist die langfristige Stabilisierung der funktionellen Fähigkeiten und der Lebensqualität.

Quellen

https://www.dgn.org

https://www.parkinson-gesellschaft.de

https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/parkinson-disease

https://www.alzint.org/what-we-do/parkinsons-disease/

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC

https://www.aerzteblatt.de/archiv/parkinson-syndrome

https://www.msdmanuals.com/de/profi/neurologische-erkrankungen/bewegungsstörungen/parkinson-krankheit


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